Soziales Lernen

Das „Soziale Lernen“ hat in unserer Schule mit 6 Wochenstunden einen fixen Platz – davon hält ROL Heidrun Fichtinger 3 Wochenstunden in der Grundstufe 1 und VOL Iris Burker 3 Stunden in der Grundstufe 2.

Die Übungseinheiten bauen aufeinander auf und sind auf die Bedürfnisse der einzelnen Klassen abgestimmt. In Absprache mit den Klassenlehrer/Innen und den Kindern werden entsprechende Schwerpunkte gesetzt.

In Form von verschiedensten sozialen Lernformen und Spielen geht es darum,

· Regeln für den Umgang miteinander zu erarbeiten

· sich selbst genau kennenzulernen

· die anderen kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln

· Gefühle zu benennen, wahrzunehmen und auszudrücken

· sich in andere einzufühlen

· mit Wut, Aggression, Angst und Enttäuschung umgehen zu lernen

· miteinander wertschätzend umzugehen

· Konflikte anzusprechen und zu bearbeiten

· Konfliktlösungsstrategien zu erlernen

· die Eigenverantwortung zu fördern sowie zu lernen, JA bzw. Nein zu sagen

· Vertrauen zueinander aufzubauen und als Team zu agieren.

Kinder können aber auch nach eigenem Wunsch oder auf Anraten einer Lehrperson einzeln oder in Kleingruppen zu Beratungsgesprächen kommen, in denen sie individuelle Probleme und Streitigkeiten besprechen und bearbeiten oder sich einfach einmal in Ruhe ihr Herz ausschütten.

Besonders großen Spaß machen all jene Spiele, bei denen es darum geht, die gestellten Aufgaben durch Zusammenarbeit im Team zu erfüllen.

 

In den mit den ganzen Klassen abgehaltenen Einheiten steht darüber hinaus auch heuer die gewaltfreie Kommunikation im Mittelpunkt. Dabei wird auf die „Empathy Challenge“ Bezug genommen, die Teil des Konzeptes zum „Social Entrepreneurship“ ist, das sich die PVS als Thema zur Schulentwicklung gewählt hat.

In Anlehnung an das Konzept von Marshall B. Rosenberg lernen die Kinder die Wolf- und Giraffensprache kennen. Im Gegenentwurf zur zornigen Wolfsprache fördert die Giraffensprache ein von Respekt und Wertschätzung geprägtes Miteinander, da sie den Kindern hilft, in Konfliktsituationen sprachlich angemessener zu reagieren. Die Fähigkeit, Situationen bewusst aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen und sich in andere

einfühlen zu können, ist die Voraussetzung für einen achtsamen Umgang miteinander und wird durch das bewusste Anwenden der Giraffensprache trainiert.

Während unserer Einheiten werden aktuelle Konfliktsituationen aufgegriffen. Hierbei kommen Handpuppen zum Einsatz, mit denen verdeutlicht wird, wann in Wolfssprache und wann Giraffensprache gesprochen wird, indem immer das jeweilige Tier hochgehalten wird. Es werden auch Wolf- und Giraffenmasken gebastelt, die in Rollenspielen zum Einsatz kommen.

Die wichtigsten Merkmale der Giraffensprache sind:

- Ich sage, was ich sehe/höre und bewerte nicht.

- Ich drücke meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse aus, ohne mein Gegenüber zu beschuldigen.

- Ich formuliere Bitten (anstatt Drohungen).

- Ich bedanke mich.

 

Ein weiterer Schwerpunkt ist wie bereits erwähnt die Persönlichkeitsstärkung. Es geht vor allem darum, den Kindern entdecken zu helfen, welche Stärken und Möglichkeiten in ihnen selbst liegen, welche „echten Schätze“ sie in sich tragen.

Mit Hilfe eines Buches und einer Schatztruhe, aus der „echte Schätze“ geholt werden, die helfen, auf sich acht zu geben, können die Kinder Problemlösungsstrategien erlernen und seelische Widerstandsfähigkeit entwickeln.

Darüber hinaus beinhalten sie sozialen Lerneinheiten Achtsamkeitstraining (Jeder Augenblick ist kostbar!)


Das Schöne am Sozialen Lernen ist, dass das Lernen lustvoll und ganz nebenbei geschieht.

Dipl.- Päd. Iris Burker, ROL Heidrun Fichtinger